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Aktualisiert am 18.04.2013


Der Bundesgesundheitsminister besucht das Matthäusstift


Philipp Rösler kam, sprach mit den Menschen und hörte ihnen zu

Rösler macht sich für Pflegeberufe stark

Kommt ein Minister aus Berlin in eine Kleinstadt, dann hat man gelegentlich den Eindruck, der Großstädter will den Menschen in der Provinz zeigen, was Sache ist. Derartige Arroganz ist Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (37) fern. Bei seinem Besuch im Kinderkrankenhaus und im Matthäusstift sprach der FDP-Politiker trotz engem Zeitplan mit Mitarbeitern und Bewohnern.

Initiiert wurde der Ministerbesuch von FDP-Oberbürgermeisterkandidat Prof. Dr. Christoph Zeitler. Es tue einem Bundespolitiker gut, mal das
„ Raumschiff Berlin" zu verlassen, um die Realität vor Ort kennenzulernen.

Mit den Realitäten im Kinderkrankenhaus St. Marien machten Geschäftsführer Bernhard Brand und Ärztlicher Direktor Dr. Reinhard Herterich vertraut.
430 Mitarbeiter sorgen in der Kinderklinik für ihre jungen Patienten. Medizinische Versorgung auf hohem Niveau müsse auch künftig gewährleistet sein, sagte Brand. Deshalb hoffe er, dass das Budget 2011 nicht reduziert werde, die Arbeitgeberkosten nicht stiegen. Wichtig seien verlässliche Rahmenbedingungen statt Entscheidungen über Nacht. Herterich bezeichnete es als unerträglich, wenn innerhalb kürzester Zeit Voraussetzungen geändert würden. Als Beispiel nannte er den Umstand, dass Häuser nur noch dann Frühehen behandeln dürften, die leichter als 1250 Gramm sind, wenn die Fallzahlen bei mindestens 30 liegen. Bislang lag diese Zahl bei knapp der Hälfte.

Brand erinnerte daran, dass im Kinderkrankenhaus diverse Fachabteilungen angesiedelt sind. Dazu gehört das Perinatalzentrum. Dass es meist auf Frühgeborene reduziert werde, sei schade. Denn Ärzte und Pfleger kümmerten sich um weit mehr, zum Beispiel auch um Kinder mit Herzfehlern.

Minister Rösler hörte aufmerksam zu und sagte zu beinahe jedem Punkt, er nehme ihn gern mit zur Diskussion nach Berlin. Das klang nicht nur höflich, sondern auch ernsthaft und unvoreingenommen. Und er wurde deutlich: „Medizinische Entscheidungen müssen aus medizinischen Erwägungen heraus getroffen werden, nicht aus betriebswirtschaftlichen."

Nach der Kinderklinik fuhr der Ministertross zum, um es mit Zeitler zu sagen, „Kontrastprogramm" ins Matthäusstift. Während die Kinderklinik für den Beginn des Lebens stehe, gehe es im Senioren- und Pflegezentrum um dessen letzten Teil.
Dekan Siegfried Stelzner präsentierte Rösler das Diakonische Werk stolz als einen der größten Anbieter sozialer Leistungen in Landshut.



Fröhliche Runde im Matthäusstift (von links): Bewohnerin Ingeburg Thomas, Dekan Siegfried Stelzner, Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler, FDP-Oberbürgermeisterkandidat Prof. Dr. Christoph Zeitler


Beim Rundgang im 80-Betten Stift plauderte Rösler mit zwei Heimbewohnern. Ingeburg Thomas sagte, sie wohne gern im Matthäusstift. Sie war bestens gelaunt und verriet dem überraschten Minister, dass ihre Tochter in Hannover nicht weit von den Röslers entfernt wohne. Manfred Daßler, der Mitglied in der Seniorenvertretung ist, beschrieb das Angebot im Heim so: „Wer etwas mitmachen möchte, ist den ganzen Tag beschäftigt." Philipp Rösler rief er zum Abschied zu: "Herr Minister, gute Heimfahrt!"

In einem kurzen politischen Gespräch mit Mitarbeitern des Diakonischen Werks bekannte sich Rösler zu einer angemessenen Vergütung bei den Pflegeberufen: „Der Mindestlohn in der Pflege darf nicht der Regellohn sein." Auch das Image dieser Berufe müsse aufgewertet werden. Deshalb habe sein Ministerium diverse Kampagnen ins Leben gerufen, etwa die mit dem Titel „Ich pflege, weil ......

Die Leiterin des Matthäusstifts, Manuela Berghäuser, kritisierte den Vorschlag der Bundeskanzlerin, Hartz-IV-Empfänger zur Pflege heranzuziehen. Diese Kritik teilte der Bundesgesundheitsminister. Rösler: „Das kann nicht die Lösung sein."




Rundgang durch die Wohnbereiche des Matthäusstifts

Rösler führte Gespräche mit Bewohnerinnen und Bewohnern

Anschließende Gesprächsrunde im Mehrzweckraum

Bevor sich Philipp Rösler zum nächsten Termin nach Regensburg aufmachte, wurde er mit Landshut Buch und Buchskranzl beschenkt. Christoph Zeitler gab seinem Parteikollegen noch eine allgemeine Bitte mit für die Weiterreise nach Berlin: „Lassen Sie die Kommunen finanziell nicht im Regen stehen." Die Kommunen seien schließlich die Keimzelle der Demokratie.

 

Homepage Matthäusstift

 

Bericht: Siegfried Rüdenauer, Landshuter Zeitung