Wie die Tafeln organisiert sind und was sie tun.

Foto: © Manfred Martin Drescher

Das Diakonische Werk Landshut e.V. ist Träger der Tafeln in Landshut, Rottenburg und Vilsbiburg.

Die Tafeln der Diakonie Landshut reihen sind in die rund 900 regionalen Tafelorganisationen in Deutschland ein.

"HELFEN is unser Aufgabe" auch das Motto unsere Tafel.
Viele fleißige Hände arbeiten ehrenamtlich dafür, dass in Landshut, Rottenburg und Vilsbiburg Menschen in Not geholfen wird. Sie verteilen Lebensmitteln, die nicht mehr taugen, im Wirtschaftsverkehr verwendet zu werden, aber dennoch in einem qualitativ einwandfreien Zustand sind. So mildern wir die Ernährungsarmut.

Mit unseren Tafeln schlagen wir einen Brücke zwischen Überfluss und Armut. Wir ergänzen den Speiseplan vieler bedürftigen Mitbürgern mit Nahrungsmitteln, die sonst entsorgt werden müssten.

Wir danken allen ehrenamtlichen Mitarbeitern, allen Sponsoren und Sendern für Ihre tatkräftige Hilfe.

WAS TAFELN LEISTEN


Foto: Dagmar Schwelle
Foto: Dagmar Schwelle
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Foto: Dagmar Schwelle

Jeden Tag fallen in Deutschland enorme Mengen Lebensmittel an, die – obwohl qualitativ einwandfrei – im Wirtschaftskreislauf nicht mehr verkauft werden können. Lagerbestände, Retouren, Produkte mit nahendem Mindesthaltbarkeitsdatum, Überproduktionen, Produkte mit kleinen Schönheitsfehlern etc.

Die zumeist ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der Tafeln sammeln diese überschüssigen Lebensmittel im Handel und bei Herstellern ein und verteilen diese gegen eine symbolische Münze an Menschen, die auf staatliche Transferleistungen angewiesen sind. Es sind von Langzeitarbeits- losigkeit Betroffene ebenso wie Menschen, deren Arbeitseinkommen kaum für den Lebensunterhalt reicht. Zudem sind immer häufiger Kinder und Jugendliche von Armut bedroht sowie Seniorinnen und Senioren mit niedrigen Renten.

Indem sie qualitativ einwandfreie Lebensmittel vor der Vernichtung bewahren, schaffen die Tafeln einen Ausgleich zwischen Überfluss und Mangel. Neben dem sozialen Ausgleich sind Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung wichtige Aspekte der Tafel-Idee.

Insgesamt unterstützen rund 60.000 Ehrenamtliche in bundesweit über 900 Tafeln bis zu 1,5 Millionen Menschen, darunter ein Drittel Kinder und Jugendliche.

Die Lebensmittelspenden der Tafeln sind eine ergänzende Hilfe, sie decken nicht den wöchentlichen Lebensmittelbedarf der Betroffenen.
Denn: "Die Tafeln können nur das weiterreichen, was sie selbst gespendet bekommen. Und das sind vor allem Waren, die einen schnellen Durchlauf in den Geschäften haben - Obst, Gemüse, Brot- und Backwaren, Milchprodukte." Produkte mit langer Haltbarkeit wie Nudeln, Reis, Konserven oder Marmela- de werden aufgrund ihrer guten Lagerfähigkeit weniger häufig gespendet. Tafeln können daher nie die ganze Bandbreite von Lebensmitteln anbieten.

Die Lebensmittelspenden bewirken vor allem dreierlei:

  1. Da es sich vorwiegend um Obst, Gemüse, Milchprodukte und Backwaren handelt, leisten die Tafeln einen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung.
  2. Sie verschaffen den Tafel-Nutzerinnen und Tafel-Nutzern einen kleinen, aber wichtigen finanziellen Spielraum, z.B. für ein Kleidungsstück, einen Besuch mit den Kindern im Zoo, ein Buch oder ein Geschenk für einen Freund. Dies eröffnet den betroffenen Menschen Chancen für mehr soziale Teilhabe.
  3. Die Tafeln sind Orte der Kommunikation und Begegnung zwischen Menschen mit den unterschiedlichsten Lebens- und Berufserfahrungen. Hier werden Kontakte geknüpft, Informationen mit Helfern oder anderen Betroffenen ausgetauscht (z.B. über Hilfsangebote der Wohlfahrtsverbände und anderer gemeinnütziger Initiativen). In vielen Tafeln engagieren sich Bedürftige selbst als ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Tafeln sind Vielfalt

Keine Tafel gleicht der anderen. Welches Angebot eine Tafel den Bedürftigen ihrer Stadt machen kann, hängt davon ab, welche Spender und Sponsoren sowie Partner und ehrenamtliche Helfer sich mit welchen Ideen und Mitteln für die jeweilige Tafel engagieren. Manche Tafeln können nur ein Mal pro Woche oder nur alle zwei Wochen eine Lebensmittelausgabe in einer temporären Ausgabestelle ermöglichen. Andere verfügen über eigene Läden, die aufgrund der günstigeren Spendenlage eine häufigere Abgabe praktizieren können. Die Wirtschaftskraft einer Region spiegelt sich deutlich in der Spendenbereitschaft für gemeinnützige Organisationen, wie auch die Tafeln es sind, wider. Und damit in Art und Umfang ihrer Hilfsangebote.

Hilfen über die Lebensmittelspende hinaus und Hilfe zur Selbsthilfe

Die Tafeln tun das ihnen Mögliche, um den Tafel-Nutzern zu helfen, sich selbst zu helfen. So weisen sie zum Beispiel auf die Hilfsangebote der Wohlfahrtsverbände oder anderer sozialer Hilfseinrichtungen (Suchtberatung, Schuldnerberatung, Familienhilfe etc.) hin. Dort, wo es ihnen dank ihrer Kooperationspartner und Spender möglich ist, organisieren sie meist selbst weitergehende Angebote: zum Beispiel Kochkurse, Nachhilfe und Freizeitaktivitäten.

Es gibt inzwischen etliche Tafeln, die Kochkurse für ihre Nutzer anbieten. (siehe Kinderrestaurants der Berliner Tafel oder Kochkurse für junge Eltern der Hamburger Tafel). In diesen Kursen lernen interessierte Tafel-Nutzer (und andere Interessenten), wie man sich auch mit kleinem Budget preiswerte und abwechslungsreiche Mahlzeiten zubereiten kann. Manchmal entstehen begleitend zu solchen Kochkursen eigene Kochbücher.

Was macht die einzelne Tafel – und was der Träger?

Man muss schon sehr genau unterscheiden, wer genau gemeint ist, wenn von „den Tafeln“ bzw. einer bestimmten lokalen Tafel die Rede ist: Ist es der Träger mit u. U. einer Vielzahl von Hilfsanboten, von denen die Tafel nur eines ist. Oder eben die örtliche Tafel (egal ob e.V. oder in Trägerschaft) mit ihren eigenen Projekten, z.B. für Kinder und Jugendliche. Hier finden oft Verwechslungen statt – insbesondere was die Selbsthilfe-Projekte betrifft.

Die Tafeln sind keine „Suppenküchen“

Die wenigsten Tafeln verfügen über eigene Küchen oder können warme Mahlzeiten anbieten. Der Topos der Tafel als „Suppenküche“ stimmt nicht. Nur 13 Prozent der Tafeln verarbeiten gespendete Lebensmittel selbst zu Mittags-Mahlzeiten. Meist sind es soziale Einrichtungen, die von den Tafeln beliefert werden (Obdachlosenheime, Frauenhäuser, Kinder- und Jugendvereine in sozialen Brennpunkten etc.), die aus diesen Lebensmittel- spenden Mahlzeiten zubereiten.

Die Suppenküchen, die es gleichwohl gibt, sind meist eigenständige Projekte von Kirchengemeinden. Sie sind keine Tafeln, werden aber häufig mit der Tafel ihres Ortes verwechselt.

Positionen und Forderungen des Bundesverbandes Deutsche Tafel e.V.

Der Bundesverband versteht sich als Fürsprecher der von Armut betroffenen Menschen in Deutschland. Deshalb nimmt er regelmäßig zu (sozial)politischen Fragen Stellung und wendet sich mit seinen Forderungen an die Öffentlichkeit: zum Beispiel zur Berufung eines Bundesbeauftragten zur Bekämpfung der Armut, der Einführung von Mindestlöhnen und Mindestrenten, einer bedarfsgerechten Erhöhung der ALG-II-Regelsätze oder einer kostenlosen Mittagsverpflegung für Kinder.

Sämtliche Forderungen:

www.Tafeln.de/aktuelles/forderungen/

www.tafeln.de/aktuelles/forderungegen/charts-gegen-rassismus.html

Urheber dieses Artikels:
Stefan Bresgott

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